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Schulgeschichte allgemein

Die Oberdischinger Schule im Wandel der Zeit

1618/48Erste Erwähnung einer Schule in Oberdischingen mit dem Hinweis: „[…] derzeit nicht vorhanden“.
1728Erwähnung in einer Urkunde: Jörg Bauer, Organist und Schulmeister. Schulbetrieb nur im Winter, wenn in der Landwirtschaft alles ruhte.
1760Johann Butzhuber, der „anno 1760 zwei Gebäu, nämlich den Kirchenthurn und das Schulhaus verfertiget habe“.
1765Rechnung von Johann Schuhmacher, Schulmeister in Dischingen für seine Gesangsleistung beim Begräbnis des Dekans Gerhard Heiss.
1774Kaiserin Maria Theresia führt in all ihren Landen (damit auch in Vorderösterreich, zu dem Oberschwaben gehörte), die allgemeine Schulpflicht ein. Es gab die Winter- (jeden Tag Unterricht) und Sommerschule (jeden zweiten Tag Unterricht).
ab 1764Übernahme der Herrschaft Oberdischingen durch Franz Ludwig Schenk v. Castell, der Malefizschenk. Im Zuge seiner Bautätigkeit ließ er 1798 das Schulhaus abreißen; die Schule wurde mehr schlecht als recht im noch nicht ausgebauten neuen Schloß untergebracht, das 1807 abbrannte. – In einem noch nicht ausgebauten Herrengaßhaus wurde in einem nicht heizbaren Zimmer Schule gehalten. Im Winter wurden die Kinder nach Hause geschickt, da „sie sonst verfroren wären“.
1800Franz Joseph (der älteste Sohn des Malefizschenk) protestierte beim Fürstbischof von Konstanz gegen den Kirchenbau (Pantheon) seines Vaters: er weist auf die Notwendigkeit eines Schulbaus hin mit den Worten, dass „sich die Schulanstalten in dem erbärmlichsten Zustand befinden“.
1812Der Malefizschenk stiftet 800 Gulden für einen Schulhausneubau an der Bachstraße. Das Haus wurde 2003 abgebrochen.
1820Zweiklassige Schule mit einem ständigen Lehrer (Provisor), der in der Dachkammer des Schulhauses wohnt; 65 Knaben und 60 Mädchen besuchen die Schule.
1824

Oberdischingen hat eine Werktagsschule mit 67 Knaben, 75 Mädchen

Im Winter ganztägig mit Ausnahme von Mittwoch- und Samstagnachmittag

Im Sommer Dienstag, Donnerstag und Samstag

Sonntagsschule 54 Jünglinge, 65 Jungfrauen

jeden Sonntag von 11.30 bis 13.00 Uhr.

1816/17

Hungerjahre aufgrund des 1815 erfolgten Vulkanausbruchs Tambora in Indonesien. Die Asche und Aerosole des Ausbruchs verteilten sich global in der Atmosphäre und führten zu einem Absinken der Temperaturen sowie zu extremen Wetterphänomenen. Es kam zu massiven Ernteausfällen und Hungersnöten. 

In Oberdischingen wird eine Arbeits- und Industrieschule eingerichtet: soziale Bemühungen von Königin Katharina nicht nur Almosen zu geben, sondern Unterricht in Hanf- und Flachsbau, Spinnen, Spitzenklöppeln und Obstbau.

1845Erkenntnis bei der Schulinspektion: „Schulzimmer sowohl der ersten wie der zweiten Klasse sowohl was den Gesamtraum derselben wie auch in Beziehung auf den Längsraum der Schulbänke angeht, sind entschieden zu klein.“
1852

Schulhauserweiterung: es erfolgt der Anbau an das Schulhaus von 1812: Ecke Bachstraße/Kapellenberg bis zur Gaststätte »Zur alten Post«. 

Das bisherige Schulhaus wird Rathaus (bis 1975)

Die Lehrerwohnung im Erdgeschoss wird trotz erheblicher Mängel beibehalten.

1869Lehrer Buschor tritt in den Ruhestand ein. Immer noch besteht ein Teil des Lehrergehalts in einer „Fruchtbesoldung“ (z.B. 9 Zentner Kernen (aus dem Dinkel) und 8 Zentner Roggen.
1870Neuer Lehrplan: nachdem bisher nur Lesen, Schreiben und etwas Rechnen vermittelt wurde, kamen jetzt auch „Realienfächer“ wie Geschichte, Erdkunde, Naturkunde hinzu.
1874Lehrer Rupert Brechenmacher leitet die Schule bis 1896. Er ist der Vater unseres Namensgebers. Er erhielt ein Gehalt von 400 Gulden und eine Zulage von 150 Gulden „nebst dem nötigen Holz“. In der sehr beschränkten Lehrerwohnung zog er 7 Kinder groß, darunter auch Josef Karlmann.
1921Die Oberstufe der Schule wurde in den Rathaussaal verlegt, da der Schulsaal aufgrund der hohen Schülerzahl zu klein geworden war. Schultheiß (Bürgermeister) und Gemeinderat zogen in die leerstehende Lehrerwohnung ein.
1923Die Schule wird dreiklassig, ab Frühjahr 1932 wieder zweiklassig.
1943-45Lehrer Albert Feldtrauer aus dem Elsaß ist in Oberdischingen im Schuldienst.
1955

Die Gemeinde beschließt einen Schulhausneubau mit drei Klassen zimmern und einer hauswirtschaftlichen Berufsschule am Ziegelweg. Baukosten: 450.000 DM.

(Heutiger Nebenbau mit „Verlässlicher GS“ und Malefiz-Museum.) 

1958Einweihung der neuen Schule. Schülerzahl 100.
1966-69

Planung einer 1-zügigen Haupt- und 1-zügigen Realschule mit Kleinstschwimmbecken 8 x 16 m und Turnhalle 14 x 27 m in zwei Bauabschnitten: 

  1. Bauabschnitt Bau der Realschule. 

  2. Bauabschnitt: Es wurde an die Einrichtung einer 3-klassigen „Sonderschule für Lernberhinderte“ gedacht. 

Das Regierungspräsidium schlug sogar beim Schwimmbad einen Hubboden vor.

1969Baubeginn für die Realschule mit Turnhalle und Lehrschwimmbecken mit Baukosten in Höhe von 2,3 Mill. DM; (Zuschüsse 1,9 Mill. DM). Da die Zuschüsse nur für eine Turnhalle gewährt wurden, war sie nicht für einen Festhallenbetrieb ausgelegt: keinerlei Fluchtwege, keine Küche, keine Bühne: erst mit dem großen Umbau 1990/91 wurde der gefährliche Zustand bei Festen (kein Fluchtweg!) geändert.
1971

Einweihung des Neubaus, nicht als Real- sondern als Hauptschule (10 Klassenzimmer, 1 Physik-, 1 Musik- und Zeichensaal mit Nebenräumen, Fotolabor und Turn- und Festhalle mit Lehrschwimmbecken. Gesamtbaukosten 3,3 Mill. DM. 

12 ständige und 4 unständige Lehrkräfte unterrichten 406 Schülerinnen und Schüler. 

1990-94Sanierung der Turn- und Festhalle mit Schwimmbad; Küchen- und Bühnenanbau mit darunterliegenden Räumen (3,8 Mill. DM). Weitere 1,6 Mill. DM für die neue Einrichtung der Schulküche, Schulmöbel, z.T. neue Fenster und Beleuchtungskörper in den Klassenzimmern.
1995-2013Abschnittsweise Auswechslung der Fenster, Beleuchtung.
2014/15Dacherneuerung, energetische Sanierung, Umstellung der Heizung von Öl auf Pellets, Erneuerung aller Fenster, Lüftungsanlage in allen Zimmern. Investitionskosten 1,6 Millionen Euro.
2015Die Schule wird nach Josef Karlmann Brechenmacher benannt.
2020Im Juli verlässt die letzte 9 Klasse das Schulgebäude. Die Werkrealschule wird wegen zu wenig Schülerzahlen geschlossen.
Seit 20/21Die Josef-Karlmann-Brechenmacher Schule ist eine reine Grundschule.
2021-2024

Mit Geldern des Digitalpakt1 finden umfangreiche Umbaumaßnahmen statt: 

Das gesamte Schulhaus wird mit einem Netzwerk und W-Lan ausgestattet.

Lehrpersonal erhält Dienst-Tablets und Dienst-Emailadressen.

Alle Unterrichtsräume erhalten eine Whiteboard-Tafel mit Kurzdistanzbeamer

Es werden 30 Schüler-Tablets angeschafft.

Eine moderne Lernoase mit Printmedien, 2 Schülerarbeitsplätze mit Laptop und einem Schülerdrucker werden eingerichtet.

Nov. 23 - März 24Der Physiksaal der alten WRS wird zur Kita umgebaut. In das große Treppenhaus der Schule wird ein Garderobenzimmer angebaut.
März 2024Die „Kita Bunte Kinderwelt“ wird unter der Leitung von Regina Kröner im Schulgebäude eröffnet. 24 Kinder im Alter von 3 – 6 besuchen die „Spatzengruppe“.

 

Hauptlehrer und Rektoren

1728Schulmeister Jörg Bauer
1774Schulmeister Johann Schuhmacher
1852–1869Hauptlehrer Buschor
1870–1874Hauptlehrer Berg
1874–1896Hauptlehrer Rupert Brechenmacher (Vater unseres Namensgebers)
1896–1914Hauptlehrer Hummel
1914–1934Hauptlehrer Kuttler 
1934–1936Hauptlehrer Alois Fleischle
1937–1951Hauptlehrer Josef Biesinger († Juni 1951)
1951–1986Rektor Erik Hübner
1986–2009Rektor Friedhelm Kicherer
2009–2019Rektor Reinhard Allgaier
2019–2020Vakanz: kommissarisch übernimmt Rektorin Sarah Strehl aus Öpfingen die Leitung für die GS Öpfingen und die JKB-Schule.
2020–2021Vakanz: kommissarisch übernehmen Lehrerinnen Marcella Spies und Kerstin Heinze die Leitung der Schule.
Seit 2021Rektorin Andrea Rongitsch

 

Schülerzahlen:

Entwicklung 1971 bis heute

1971/72wurden im neuen Schulhaus in 9 Klassenzimmern, einem Chemie- und Physikraum und einem Musiksaal mit jeweils 72 m² Fläche 244 -Schülerinnen und Schüler unterrichtet, mit der Grundschule waren es insgesamt 406 Schülerinnen und Schüler.
1974/76waren es 372 Schülerinnen und Schüler an der damaligen Hauptschule.
2002wurden noch 183 Schülerinnen und Schüler in den 8 Klassen der Haupt- und Werkrealschule unterrichtet.
2015sind es in noch 93 Schülerinnen und Schüler in der Werkrealschule; in der Grundschule 72.
2020

Die letzte Werkrealschulklasse verlässt das Schulhaus. 

Es gibt keine Sekundarstufe mehr in Oberdischingen.

Die Grundschule startet als eigenständige Schulform mit 76 Schülerinnen und Schüler.

202586 Schülerinnen und Schüler werden in vier Klassen unterrichtet.